70 Erfahrungen und Erkenntnisse nach 14 Monaten auf Reisen

  1. Heim zu kommen war genauso aufregend und beängstigend wie loszufahren.
  2. Insgesamt sind wir durch 20 Länder gefahren und haben dabei 43.000 Kilometer zurück gelegt.
  3. In Sachen Pantomime kann uns nach 14 Monaten auf Reisen so schnell keiner mehr was vormachen. Unsere Meisterleistungen der non-verbalen Kommunikation sind: Schweißen, Kabelbinder und Silikonspritze.
  4. Wir waren auf der gesamten Reise kaum krank.
  5. Keine drei Tage in Deutschland hat sich Michi mit einem Met-Brötchen den Magen verdorben und Micha lag fast drei Wochen mit Grippe flach. Davor hat uns das Auswärtige Amt nicht gewarnt.
  6. Kulinarisch gesehen bildet die Mongolei das klare Schlusslicht unserer Reise. Hier gab es die mit Abstand ekligsten Sachen.
  7. Der Diesel war in der Türkei mit 1,70 Euro pro Liter am teuersten. Am billigsten war er mit 15 Cent pro Liter im Iran.
  8. Russisches Essen schmeckt wie bei Oma.
  9. Beim Versuch Bremsenreiniger zu kaufen, wurde Michi in Indien von einem Ladenbesitzer mit Polsterreiniger besprüht.
  10. In Sibirien hat Michi sich fast täglich geärgert, dass er unseren Eiskratzer irgendwo in Indien weggeworfen hat.
  11. In unsere erste Polizeikontrolle auf der Reise sind wir bereits nach zehn Kilometern noch in unserer Heimatstadt Passau geraten.
  12. „Voll zu sein, wie zehn Russen“ ist absolut unmöglich.
  13. Für alle GoT-Liebhaber: Die Mongolen sind die Vorbilder für die Dothraki.
  14. Sobald man wieder in die EU einfährt, lungern keine seltsamen Gestalten mehr an der Grenze herum, die dort eigentlich nichts zu suchen haben.
  15. Wenn in der Mongolei eine Straße als „Highway“ bezeichnet wird, heißt das noch lange nicht, dass sie auch asphaltiert sein muss.
  16. Die meisten Polizeikontrollen mussten wir in der Türkei über uns ergehen lassen. Einmal haben wir sogar aus Versehen einen Großeinsatz verursacht.
  17. In Russland haben wir nach über einem Jahr wieder die ersten Kirchenglocken läuten hören.
  18. In Riga hat jemand versucht, in den Schrödinger einzubrechen. Das einzige Mal auf der gesamten Reise.
  19. Die Tatsache, dass wir fast 15 Monate lang keine Weißwürste mehr gegessen haben, hat Michi´s Eltern mehr entsetzt als die Tatsache, dass jemand in unser Auto einbrechen wollte.
  20. Unsere Postkarten aus Myanmar haben ihre Empfänger bis heute nicht erreicht.
  21. Michi kann zwar problemlos eine große Portion Gulasch zum Frühstück vertilgen, chinesische Nudelsuppe bekommt er morgens jedoch nicht runter.
  22. Die teuren Original-Schweibenwischer, die wir bei Mercedes in Ulan Bator gekauft haben, haben nach drei Wochen im sibirischen Winter bereits den Geist aufgegeben. Die billigen russischen funktionieren bis heute.
  23. Die kältesten Temperaturen auf unserer Reise herrschten in Sibirien (-20 Grad). Am heißesten war es in Indien (plus 45 Grad).
  24. In der Mongolei kommt man mit Deutsch eher durch als mit Englisch. Das gilt auch für Russland.
  25. „Warum ist uns das nicht schon vor 30.000 Kilometern eingefallen?“, war einer der meist gesagten Sätze in den letzten Wochen unserer Reise.
  26. In Russland hätten wir beinahe ein paar Fußgänger überfahren, weil wir nicht darauf gefasst waren, dass man an einem Zebrastreifen wieder anhalten muss.
  27. Die chinesischen Autobahnen sind besser als die deutschen. Dafür ist die Mauth unglaublich teuer: 700 Kilometer kosten umgerechnet 50 Euro. Wir mussten über 3.500 Kilometer auf chinesischen Autobahnen zurücklegen.
  28. Michi findet campen im Winter total toll. Micha eher so semi.
  29. In der Türkei haben wir es uns aus Versehen ein Mal mit dem Schrödinger in einem Garten gemütlich gemacht. Der arme Hausbesitzer hatte solche Angst vor uns, dass er die Polizei gerufen hat.
  30. Moskau war die schönste Stadt auf unserer gesamten Reise.
  31. Zurück in Deutschland hatte Micha ziemliche Probleme, Straßenschilder und Plakate zu lesen, da sie immer noch darauf gepolt war, Alles erst übersetzen zu müssen.
  32. An der mongolisch-russischen Grenze sind wir auf Deutsch begrüßt worden.
  33. Sobald man die EU im Osten verlässt, muss man sich als Frau bis China darauf einrichten, wie ein Mensch zweiter Klasse behandelt zu werden.
  34. In Russland, dem größten Land der Welt, haben wir den größten See und die längste Rolltreppe der Welt bewundert.
  35. In der Mongolei durften wir die größte Reiterstatue und den größten mongolischen Stiefel der Welt bestaunen. Wir sind noch immer tief bewegt.
  36. In Dubai waren wir im höchsten Gebäude der Welt und in China an der weltgrößten Buddha-Statue.
  37. Die zweitgrößte Buddha-Statue der Welt haben wir in Myanmar besucht.
  38. In Indien sind wir über einen der höchsten befahrbaren Pässe der Welt gefahren.
  39. In Nepal konnten wir den größten Berg der Welt, den Mont Everest, sehen.
  40. Die freundlichsten Menschen leben im Iran.
  41. Die größten Spinnen haben uns in China heimgesucht. Micha ist noch heute traumatisiert.
  42. Zu unserer Überraschung fühlen sich die Russen den Deutschen tief verbunden und halten sehr große Stücke auf uns.
  43. Wir sind mit fast allen Freunden, die wir unterwegs gefunden haben, noch heute in Kontakt. Die ersten Planungen für Gegenbesuche laufen bereits.
  44. Man sollte sich öfter in Erinnerung rufen, dass man aus den Medien meist nur etwas über die Mächtigen/Politiker anderer Länder erfährt. Mit den Menschen selbst hat das meist sehr wenig zu tun.
  45. Aus Angst vor heimtückischen, meerestiefen Schlaglöchern fahren wir noch heute äußerst vorsichtig durch jede Pfütze.
  46. Da man an russischen Tankstellen vorab bezahlen muss, durfte Michi den Schrödinger immer nur maximal an der Zapfsäule Nummer sechs betanken. Micha kann auf Russisch nämlich nicht weiter zählen („Schest Paschalstha!“ – „Nummer sechs, bitte!“).
  47. Wir hatten auf dieser Reise einige Male unglaubliches Glück. So sind wir den Anschlägen in Ankara, dem Bürgerkrieg in Kashmir, den Überschwemmungen in Indien und dem Erdbeben in Myanmar immer nur knapp um ein paar Tage davon gefahren.
  48. Rammstein und die Skorpions kennt man auf der ganzen Welt.
  49. Mit ihren blonden Haaren war Micha in Russland endlich kein exotisches Wesen mehr.
  50. Wir hatten total vergessen, wie Euroscheine aussehen.
  51. Würde kein Wasser mehr in den Baikalsee fließen, würde es 400 Jahre dauern, bis er leer ist.
  52. Wir hatten den Schrödinger seit Nepal, also ein halbes Jahr lang, nicht mehr gewaschen. Zum Schluss war er nicht mehr silbern, sondern braun-schwarz. Sogar ein bisschen rote Erde aus Myanmar klebte noch dran.
  53. Mittlerweile ist es unmöglich, mit dem eigenen Auto oder Motorrad nach Thailand einzureisen.
  54. Wir sind auf der zugefrorenen Wolga spazieren gegangen.
  55. Landschaftlich am schönsten war es für uns im Himalaya in Indien und Nepal, auf Sri Lanka, in der arabischen Wüste und in den mongolischen Weiten.
  56. Am schönsten war das Meer in Kroatien und Montenegro.
  57. Auf der ganzen Reise hatten wir keinen einzigen Platten.
  58. Wenn Micha nicht so allergisch wäre, hätten wir in Moskau fast einen Kater adoptiert.
  59. Eine der größten Enttäuschungen der letzten 14 Monate waren andere Reisende, die die Gastfreundschaft der Menschen auf peinlichste Art und Weise ausgenutzt haben.
  60. Je mehr sich unsere Reise dem Ende neigte, desto sträflicher haben wir unser Tagebuch vernachlässigt.
  61. Als Deutscher wird man auf der ganzen Welt erstaunlicherweise hoch geschätzt.
  62. Sollten wir uns irgendwann man einen Hund zulegen, holen wir diesen definitiv aus Sibirien!
  63. Nie gebraucht haben wir unterwegs: Die internationalen Führerscheine, unsere internationale Eheurkunde sowie aus der Reiseapotheke Antibiotika und Malerone (zum Glück!)
  64. In Russland gibt es drei Mal mehr Frauen als Männer.
  65. Michi: „Sind wir jetzt in Lettland oder Litauen?“. Micha: „In Polen, Schatz, in Polen.“
  66. Zurück in Deutschland freuen wir uns noch immer täglich über fließendes, warmes Wasser und dass wir keine zerschlissenen Klamotten mehr tragen müssen.
  67. Wenn es ein Land gäbe, in das wir auswandern würden, dann wäre es……. Norwegen.
  68. Wir haben beschlossen, den Schrödinger erstmal zu behalten. Er gehört einfach zur Familie.
  69. Wir sind total gerührt, wie viele Menschen unserer Reise online verfolgt und wie viele nette E-Mails, Kommentare und Nachrichten wir im Laufe der letzten Monate bekommen haben.
  70. Nach der Reise ist vor der Reise.

12 Kommentare zu “70 Erfahrungen und Erkenntnisse nach 14 Monaten auf Reisen

  1. Beate Unger

    Was einem so alles auffällt! Ich war nach unseren weitaus kleineren Touren in der Wüste immer traurig wenn die sauberen Hosen wieder „dran“ waren, es war vorbei!! Punkt 59 habe ich auch sehr oft sehr negativ und beschämend erlebt.
    Ich wünsche noch eine schöne Nachbereitung und freue mich darauf, eure ganze Reise noch einmal zu lesen.

    1. Micha Autor des Beitrags

      Danke, liebe Beate. Ja leider waren es auch vornehmlich Deutsche, die sich so verhalten haben. Echt schade…

  2. Uta

    Es ist so spannend von Euch zu lesen. Nochmals Danke fürs “ Mitreisen“. Warum sollte euer Hund aus Sibirien sein?
    Lieben Gruss. Uta

  3. Kerstin

    Willkommen und bald wieder gute Reise.Bin mal gespannt, wie lange ihr es aushalten in Deutschland, grins

    1. Micha Autor des Beitrags

      Da sind wir auch gespannt 😉 Aber bis jetzt genießen wir die Annehmlichkeiten des zivilisierten Lebens.

  4. Horst Fischer

    Hallo Ihr Beiden,
    also Punkt 59 muss ich leider, weltweit, bestätigen!!!!
    Schöne Reise, wir waren 2011 in Zentralasien.
    Jetzt verabschieden wir uns gerade von Südamerika.

    Beste Grüße Horst

  5. Reni

    Sehr spannend und witzig geschrieben.

    Nr. 53 ist echt schade… die neuen Einreisebestimmungen für Selbstfahrer in Thailand machen uns grad einen Strich durch die Rechnung. Wollten eigentlich auf dem Landweg von Singapur nach Europa zurück. Aber ja, es gibt ja auch noch Plan B.

    LG und bin gespannt, wo eure nächste Reise hingeht.

  6. Blanca Rudlof

    Klasse, wie ihr eure Reise durch die halbe Welt in 70 Punkten so anschaulich und interessant dargestellt habt. Gerne mehr davon.

  7. Robert

    Hallo Micha und Michi,

    Eure Erkenntnisse treffen es auf den Punkt. Schade dass wir uns unterwegs nicht begegnet sind. Wir sind nun auch zurück mit unserm ROTZi seit wenigen Wochen. Nach 56.000km und 12 Monaten ist es ein Gefühl der Leere trotz der Fülle von Allem. Im Großen und Ganzen hat sich hier nichts verändert – im Detail jedoch so einiges.
    Wünschen Euch weiterhin eine erfolgreiche Resozialisierungsphase.
    Lieben Gruß aus Bad Tölz
    Melanie und Robert

    1. Micha Autor des Beitrags

      Hallo ihr Zwei, das ist tatsächlich sehr schade, dass wir uns nicht über den Weg gelaufen sind. Das Heimkommen ist tatsächlich ein Wechselbad der Gefühle. Und ja, die Sache mit den Veränderungen kennen wir nur zu gut. Resozialisierungsphase also auch noch nicht so wirklich abgeschlossen 😉

      Viele Grüße aus München ins schöne Bad Tölz

      Vielleicht sieht man sich ja im Juni auf dem Dürr-Treffen?

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